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Versickerung von Niederschlagswasser

Die Versickerung von Niederschlagswasser auf dem eigenen Grundstück lohnt sich aufgrund der Befreiung von der Niederschlagswassergebühr (NiWaG). Desweiteren werden die Regenwasserkanäle entlastet.

Achtung!
Versickerungsanlagen müssen vorab vom Zweckverband-Mittelzentrum genehmigt werden. Es ist ein Entwässerungsantrag zu stellen.

Was müssen Sie bei einer Versickerung beachten?

Grundlage für die Versickerung sind neben dem Landeswassergesetz v.a. das DWA-Arbeitsblatt A 138 „Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser“ und das DWA-Merkblatt M 153 „Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Regenwasser“. Desweiteren ist zu beachten:

  • Der Unterboden muss versickerungsfähig sein und darf keine stauende Tragschicht im Untergrund enthalten.
     
  • Durch die Versickerung dürfen keine Schadstoffe in den Boden bzw. in das Grundwasser gelangen.
     
  • Die Versickerung muss in der Regel über eine belebte Bodenzone (= humoser Oberboden) erfolgen.
     
  • Eine sinnvolle Alternative zu Versickerung stellt die Regenwassernutzung zur Versorgung mit Brauchwasser dar.
     
  • Die Versickerungsmenge kann erhöht werden, wenn Wege und Plätze mit wasserdurchlässigen Belägen befestigt werden (siehe Gestaltung von Garten und Außenlagen).
     
  • Bei der Planung und Ausführung einer Versickerungsanlage sind eine Reihe von Gesetzen, Rechtsverordnungen, Richtlinien und technischen Regelwerken zu beachten. Eine Versickerungsanlage sollte deshalb in der Regel nur von Fachleuten geplant und umgesetzt werden.


Standort der Versickerungsanlage/Abstand zum Gebäude

Die eingesetzten Systeme sollten so weit wie möglich von der Wohnbebauung entfernt installiert werden, um einen Rückstau des Wassers an der Kellerwand zu verhindern. Der notwendige Abstand zu unterkellerten Gebäuden ist abhängig von der Durchlässigkeit des Bodens, der Art der Gebäudeabdichtung und der Versickerungsmethode. Häufig gewählte Mindestabstände liegen zwischen 3 und 6 Metern. Falls die Versickerungsanlage aufgrund extremer Regenfälle oder wegen mangelnder Wartung einmal überläuft, sollte sichergestellt sein, daß kein Regenwasser unmittelbar auf ein benachbartes Grundstück läuft und dort Schäden verursacht.

MULDENVERSICKERUNG


Die Versickerung von Regenwasser in einer Mulde ist die natürlichste sowie baulich die einfachste und kostengünstigste Variante. Eine Mulde ist eine Vertiefung in einer Rasen- oder Pflanzfläche, in die das Regenwasser oberflächlich eingeleitet wird, die aber nach wie vor als Gartenfläche oder Spielwiese genutzt werden kann. Es ist auch die Kombination mit einem Gartenteich möglich.
Bei begrünten Mulden werden insbesondere durch die biologische Aktivität in der obersten Bodenzone Stoffe, die im Regenabfluss enthalten sind, zurückgehalten bzw. abgebaut. Das Wasser wird somit auf natürlichem Wege gereinigt und gelangt in guter Qualität in den Untergrund. Zusätzlich sorgt die Bodenaktivität für eine dauerhafte Durchlässigkeit der Bodenoberfläche. Die Mulde wird nur für kurze Zeit eingestaut, es entstehen keine dauerfeuchten Bereiche.
Muldenversickerungen eignen sich am besten bei großen Grundstücken und günstiger Sickerfähigkeit.
Die Größe der Mulde ist abhängig von der angeschlossenen Fläche, von der Wasserdurchlässigkeit des Bodens und den örtlichen Niederschlagsverhältnissen. Eine oberirdische Wasserzuführung über offene Rinnen ist sinnvoll, weil sie besser kontrolliert und gewartet werden kann. Die Mulde sollte so gestaltet werden, dass ein Einstau von 30cm nicht überschritten wird, damit keine Gefahr für Kinder besteht.
Es ist darauf zu achten, dass die Sohlhöhe an allen Stellen der Mulde eine gleiche Höhe besitzt, damit eine gleichmäßige Versickerung gewährleistet wird. Die Böschungen sollten möglichst flach ausgeführt werden, um Stolperfallen zu vermeiden.

RIGOLEN- BZW. ROHRVERSICKERUNG


Wenn nicht genügend Platz zur Verfügung steht oder eine Mulde aus gestalterischen Gründen nicht infrage kommt, ist auch die Herstellung einer Rigolen- bzw. Rohrversickerung möglich.
Die Versickerungsrigole besteht aus einem mit Kies oder Schotter gefüllten Graben ohne Längs- und Quergefälle, über dessen Wandungen und Sohle das eingeleitete Wasser versickert. Der Stauraum wird von den Zwischenräumen des Füllmaterials (Kies) gebildet. Der Zufluss kann ober- oder unterirdisch erfolgen. Die Grabenbreite muss in Abhängigkeit von der Versickerungskapazität und der Tiefe der Rigole festgelegt werden (ATV A-138). Als Verfüllmaterial des Grabens ist ein hohlraumreiches Material zu verwenden. Es wird durch ein verrottungsfestes Vlies geschützt, dass feine Bestandteile des umgebenden Bodens fernhält. Ein Kontroll- bzw. Reinigungsschacht wird empfohlen.
Gleichermaßen kann eine solche Anlage durch fertige Versickerungskästen hergestellt werden, die ebenfalls mit einem Vlies ummantelt werden.

SCHACHTVERSICKERUNG


Bei der Schachtversickerung wird das Regenwasser über gelochte Schachtringe aus Beton oder Kunststoff dem umliegenden Boden zugeführt. Eingetragene Schmutzstoffe lagern sich auf der Sohle des Schachtes ab und können bei Bedarf entfernt werden. Bei starken Regenfällen wird das Wasser im Schacht zwischengespeichert. Der Bereich um den Schacht wird mit Kies oder Schotter verfüllt und mit einem Filtervlies abgedeckt. Dadurch wird verhindert, daß Boden in den Schacht eingespült wird. Sickerschächte werden bei beengten Platzverhältnissen auf dem Grundstück eingesetzt. Dabei ist unbedingt ein ausreichender Abstand vom Grundwasserspiegel zu beachten.